Mythos Superfood – doch nicht so super?

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Überall sind sie zu finden: Açaí, Gojibeeren, Chia Samen, Spirulina und und und. Ob im Müsli oder im Smoothie am Morgen oder als kleiner Snack zwischendurch, viele Menschen schwören bereits auf die bekannten Superfoods und können sich den Alltag nicht ohne sie vorstellen. Aber sind sie wirklich so gesundheitsfördernd, wie viele Firmen es versprechen? Oder ist es nur ein unbegründeter Marketinghype?

Was ist ein Superfood?

Ein Superfood ist laut dem Oxford English Dictionary ein:

„nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird.“

Das europäische Informationszetrum für Lebensmittel bezeichnet Superfood als:

„Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund Ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Lebensmittel haben.“

Genauer gesagt versteht man unter Superfoods also natürliche Lebensmittel, welche größeren Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen beinhalten. Diese Lebensmittel kommen nach der Verarbeitung getrocknet, als Pürree oder als Extrakt beim Endverbraucher an. Auch Nahrungsergänzungmittel in Form von Pulver oder Kapseln sind auf dem Markt zu finden. Nur sehr selten werden Superfoods in frischer Form vom Verbraucher genutzt.

Im Labor top – im Körper flop

Viele Superfoods werden mit einem ORAC-Wert klassifiziert. Dieser ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorbance Capacity) soll etwas über ihr antioxidatives Potential aussagen.

Um dies zu verdeutlichen, kann man eine bekannte Situation nennen, die jeder kennt. Ein Apfel, der frisch geschnitten wurde und nach einigen Minuten noch nicht verzehrt ist, weist eine bräunliche Farbe auf. Diesen Vorgang nennt man auch Oxidation. Bezogen auf den Menschen, wird das Altern als Oxidation gesehen. Genauer gesagt soll der ORAC-Wert also beschreiben, wie stark die Alterung (Oxidation) des Menschen verhindert werden kann.

Diese Wertung klingt auf den ersten blick sinnvoll, jedoch findet sich die Reaktion, welche innerhalb der ORAC Messung ablaufen gar nicht im menschlichen Körper statt. Diese Messung ist somit eine irreführung und kann auch nicht für die Einstufung der gesundheitlichen Qualität Gewähr leisten.

Hinter jeder Studie steckt ein bestimmter Geldgeber

Vor allem bei den neueren Superfoods ist es der Fall, das wissenschaftliche Analysen von bestimmten Firmen in Auftrag gegeben werden und auch die Nährwertanalysen von diesen Interessen geprägt sind. Teilweise weichen die in den Studien erzielten Ergebnisse auch elementär von anderen Anbietern ab.

Innerhalb dieser wissenschaftlichen Daten werden auch kaum Enzym-Gehalte sowie wichtige sekundäre Pflanzenstoffe berücksichtigt. Des Weiteren muss bei dem jeweiligen Produkt auch berücksichtigt werden, ob die echten, unverfälschten Früchte untersucht wurden oder ob die Früchte nur eine kleine Menge an Zutaten in einem fertigen Produkt ausmachen.
Auch die verschiedenen Bearbeitungsschritte wie Extraktion, Trocknung, Zuckerenzyme oder Aromen müssen beachtet werden, was jedoch nicht immer gewährleistet werden kann.

Können Superfoods sogar schlecht für die Gesundheit sein?

Der Genuss von exotischen Superfoods ist nicht immer ohne Risiko. Zunächst besteht immer das Risiko einer Überempfindlichkeit oder einer negativen Reaktion des Körpers auf bisher unbekannte Allergene.
Aber auch die Schwermetallrückstände, wie zum Beispiel Arsen, Blei und Quecksilber, welche auf den Lebensmitteln aus Fernost zu finden sind, können den Organismus beeinflussen.

Aber auch unzulässig bestrahlte Produkte, wie zum Beispiel Ginkgo Goji Beeren, Tees und Kräutern, stellen eine elementäre Verletzung für den menschlichen Organismus dar. Um dies zu verhindern, sollte auf BIO Produkte oder vom Importeur überprüfte Ware geachtet werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Anbaubedingungen. Hier sollten auf ökologische Risiken, Pestizidbeslastungen sowie die vorherrschenden Arbeitsbedingungen geachtet werden.

Auch die weiten Transportwege stellen natürlich eine Belastung für die Umwelt sowie für die Superfoods dar. Als Beispiel hier die Açaí Beeren, welche den Überflug aus Südamerika nicht in einer annehmbaren Qualität überstehen würden. Aus diesem Grund werden die Beeren gefroren. Hier können viele der wichtigen Nährstoffe verloren gehen.

Sekundäre Pflanzenstoffe – die eigentlichen Superfoods

Die eigentlich wichtigen Inhaltsstoffe von Superfoods sind die sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Diese stellen die Farb-, Duft-, und Aromastoffe in Obst und Gemüse dar. Zusammen mit Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweiß, Fett, Stärke und Zucker bestimmen sie den gesundheitlichen Wert von pflanzlichen Lebensmitteln.
Sekundäre Pflanzenstoffe liefern keine Energie in Form von Kalorien und stellen auch keine lebensnotwenige Bausteine für den menschlichen Organismus dar.

Im Zusammenspiel mit den Nährstoffen aus anderen Lebensmitteln und körpereigenen Substanzen entfalten die sekundären Pflanzenstoffe ihre gesundheitfördernden Eigenschaften. Die Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe erstrecken sich von Senkung des Bluthochdrucks, Sekung des Cholesterin, Blutzuckersenkung, Entzündungshemmung, Stärkung des Immunsystems bis hin zur Krebsvorbeugung sein.

Viele Firmen nutzen den guten Ruf der sekundären Pflanzenstoffe und isolieren diese. Die daraus entstehenden Pillen und Pulver können jedoch nicht annährend als Alternative zu den frischen Lebensmitteln gesehen werden, da die Vielfalt der Inhaltsstoffe in dem jeweiligen Lebensmittel die Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe bestimmt.

Reich an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen sind zum Beispiel:

  • Zwiebelgewächse (Zwiebel, Poree, Schittlauch, Knoblauch usw.)
  • Kohlarten (Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl usw.)
  • Hülsenfrüchte
  • Zitrusfrüchte
  • native Pflanzenöle
  • Kerne und Nüsse
  • Kartoffeln
  • (Vollkorn-) Getreide
  • Ausgereifte Saisonware

Das Problem bezüglich der sekundären Pflanzenstoffe ist jedoch, dass die Bedarfe des Menschen bisher unbekannt sind und manche sekundäre Pflanzenstoffe auch negative Auswirkungen auf den Organismus haben können.
Hier ist es zum Beispiel wissenswert, dass die Grapefruit und der Granatapfel die Abbaugeschwindigkeit von manchen Arzneien verlangsamen können. Auch Goji Beeren stellen, egal in welcher Form, eine Gefahr für Menschen dar, die Medikamente nehmen, die zur Hemmung von der Gerinnung beitragen.

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10 Kommentare

  1. Ein wirklich interessanter und informativer Beitrag. Ich warte normalerweise immer erst einmal ab, wie sich so ein Ernährungstrend entwickelt, heute sind es Superfoods, wer weiß, was wir morgen wieder essen sollen, um ewig jung und schön zu bleiben. Ich glaube, dass es defintiv Sinn macht, sich immer etwas Genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, ich wünsche dir eine fabelhafte Wochenmitte, glg S.Mirli (http://www.mirlime.com)

    1. Vielen lieben Dank 🙂 Genau so sehen wir es auch. Am besten ist es wirklich, wenn man seine Hausaufgaben erledigt und nicht direkt der Masse folgt.

  2. Ein wirklich interessanter und informativer Beitrag. Ich denke, dass man schon darauf achten sollte, was man nun zu sich nimmt oder nicht. Aber nicht alles Superfoods sind schlecht oder schädlich. Auch das darf man nicht vergessen. Ich finde aber, dass das definitiv ein Punkt ist, über den man nachdenken kann

    Liebe Grüße
    Kathleen von http://www.kathleensdream.de

    1. Da hast du natürlich recht. Wir verteufeln nicht generell Superfoods, sondern Trends, die marketingtechnisch ausgeschlachtet werden. Genauso gesund wie manche Superfoods sind eben auch die typischen regionalen Lebensmittel, wenn sie unter den richtigen Bedingungen angebaut wurden. 🙂

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