Testosteron – unglaubliche Fakten über die Quelle männlicher Vitalität

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Alles, was der Kraftsportathlet über Testosteron wissen muss

Das männliche Sexualhormon Testosteron genießt einen vielseitigen Ruf. Während gerade Kraftsportler dem Androgen eine überaus wichtige Rolle zusprechen, gilt es in so manch femininem Bereich als Ursprung animalisch-aggressiven Verhaltens mit Tendenz zum antisozialen Verhalten und „Arschloch-sein“. Da Testosteron eine wesentlich globalere Rolle, sowohl im Körper des Mannes, als auch im Körper der Frau, spielt, als dieser Ruf es erahnen lässt, werden wir in diesem Beitrag für dich alle wissenswerten Fakten über das Hormon zusammentragen. Dabei haben wir so einige Erkenntnisse gemacht, die selbst uns verblüfft haben. Zuvor gehen wir auf die wichtigsten allgemeinen Eigenschaften ein.

 

Was ist Testosteron?

Das Sexualhormon Testosteron ist ein sogenanntes Androgen, also eine Substanz, welche die Entwicklung männlicher Merkmale im Körper stimuliert. Es kommt sowohl im männlichen, als auch im weiblichen Körper vor, unterscheidet sich jedoch wesentlich hinsichtlich der Konzentration und Wirkungsweise. Der Testosteronspiegel eines Mannes ist im Durchschnitt zehnfach so hoch wie bei der Frau.

Der Begriff Testosteron ist ein Kunstwort, welches sich aus dem lateinischen Wort für Hoden (testis) und dem Wort Steroid zusammensetzt. Das Hormon selbst wurde erst im Jahr 1935 entdeckt, als es vom Pharmakologen Ernst Laqueur aus Stierhoden isoliert wurde.

Wichtig zu wissen ist, dass Testosteron in unterschiedlichen Formen im Körper vorhanden ist. So sind 40-50 % des Gesamttestosterons Albumin-gebunden, 40-50 % SHBG-gebunden und lediglich 1-2 % sind freies Testosteron. Das gebundene Testosteron ist im Körper quasi nicht wirksam. Es funktioniert wie eine Art Reserve, auf die der Körper bei Bedarf zugreifen kann. Lediglich das freie Testosteron kann an die Androgenrezeptoren im Körper andocken und somit die typisch männlichen Merkmale ausbilden.

 

Welchen magischen Effekt die Änderung deiner Körpersprache haben kann

Was du garantiert noch nicht wusstest: Vom Hypothalamus (einem Abschnitt des Zwischenhirns) aus kann der Befehl zur Freigabe des gebundenen Testosterons erteilt werden. Dies ist zum Beispiel während, oder unmittelbar nach intensiver sportlicher Belastung der Fall. Sogar die Veränderung deiner Körpersprache kann eine Freigabe bewirken. Eine an der Havard University durchgeführte Studie konnte beweisen, dass die Einnahme einer dominanten, selbstbewussten Körperhaltung innerhalb von nur 2 Minuten eine 20-prozentige Steigerung des Testosteronspiegels und gleichzeitig eine 25-prozentige Absenkung des Gegenspielers Cortisol zur Folge hatte. Eine passive Körperhaltung hingegen hatte beinahe gegensätzliche Effekte zur Folge.

Ein perfektes Beispiel für den Zusammenhang zwischen der Körpersprache und dem Testosteronhaushalt eines Mannes ist Cristiano Ronaldo. Mit jeder Faser seines Körpers strahlt er Selbstvertauen und einen hohen Testosteronspiegel aus. Dies wird gerade mit seinen Jubeleinlagen nach erzielten Toren deutlich, wenn der Testosteronlevel in den Himmel schießt. Ronaldo zeigt zudem eindrucksvoll, wie wirksam eine Spirale der sich gegenseitig begünstigenden Faktoren sein kann. Die Kausalitätsfrage ist hier nämlich nicht eindeutig beantwortet. Liegt der Ursprung seiner Ausstrahlung an einem durch das Training und die Aktivität als erfolgreicher Fußballer verbesserten Hormonhaushalt, oder ist die Angewohnheit einer starken Körpersprache selbst für den hohen Testosteronspiegel verantwortlich? Vermutlich sind es beide Faktoren, sich gegenseitig begünstigend, in Kombination. Für sein Auftreten bezeichnen ihn viele als „Gockel“, dabei ist der strategische Einsatz von selbstbewusster Körpersprache für jeden Sportler ein Performance-verbesserndes Tool. Es ist kein Geheimnis, dass Testosteron durch seine Wirkung auf das Selbstvertrauen einen wahren Leistungsboost verursacht.

Wissenschaftler von der Universität in Amsterdam und Valencia haben zudem festgestellt, dass der Testosteronspiegel, vor allem bei jungen Männern, während und unmittelbar nach Fußballspielen ihres Lieblingsclubs einen erhöhten Testosteronspiegel aufwiesen. Dies war verstärkt bei siegreichem Ausgang der Fall. (Eine Niederlage ließ vor allem das Stresshormon Cortisol ansteigen.) Beim Schauen eines Actionfilms tritt ein ähnlicher Effekt auf. (Romantische Filme begünstigen interessanter Weise die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen) Ein weiterer Beleg dafür, wie abhängig der Testosteronspiegel nicht nur von intrinsischen Umständen, sondern auch von extrinsischen Einflüssen ist. Auch Anthony Robbins hat die Macht des Körpers auf den emotionalen Zustand für sich entdeckt.

Emotion is created by motion. Whatever you´re feeling right now is related to how you´re using your body.

Anthony Robbins

Welche Merkmale der Körperhaltung sorgen für eine testosteronsteigernde Wirkung?

  • eine erhobene, herausgestreckte Brust
  • ein erhobenes Kinn
  • eine offene Körperhaltung
  • breitbeiniger Stand/breitbeiniger Sitz
  • starker Einsatz der Arme

Beispiel: Ronaldo beim Torjubel. Die Werbungen von Paco Rabanne für die Fragrances „Invictus“ und „Olympéa“ sind ebenfalls ein Paradebeispiel für die Körpersprache eines Gewinners:


 

Welche Merkmale sind Zeichen einer unterwürfigen, schwachen Körperhaltung und senken den Testosteronspiegel?

  • herunterhängende Schultern
  • nach vorne und nach unten geneigter Kopf
  • Blick häufig auf den Boden gerichtet
  • in sich gekehrte Körperhaltung
  • inaktive Arme
  • nervöses herumwippen

Wenn du wissen willst, wie die unterwürfige Körperhaltung eines Verlierers aussieht, achte genau auf die Körpersprache der Brasilianer nach den Gegentoren. Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft sind dagegen ein Beispiel für eine Körpersprache, die Selbstvertrauen ausstrahlt.

Wo wird Testosteron gebildet?

Die Hauptproduktionsstätte von Testosteron ist je nach Geschlecht unterschiedlich. Beim Mann werden 95 % des Androgens in den sogenannten Leydigschen Zwischenzellen der Hoden produziert. Die restlichen 5 % gehen auf das Konto der Nebennierenrinde. Bei Frauen wird das Hormon in wesentlich geringerer Menge in der Nebennierenrinde und in den Eierstöcken produziert.

Nicht nur die produzierenden Organe haben dabei einen Einfluss auf den aktuellen Gesamtspiegel und den Anteil an freiem Testosteron im Blut. Der Hypothalamus zum Beispiel kann durch Steuerung die Freigabe gebundenen Testosterons bewirken und somit in Sekundenschnelle den Anteil an freiem Testosteron verändern. Wenn du also gedenkst deinen Testosteronspiegel zu erhöhen, solltest du nicht nur die Maßnahmen zur Maximierung der Produktion des Gesamttestosterons berücksichtigen, sondern auch Wege berücksichtigen, wie das freie Testosteron maximiert werden kann. Nicht nur ernährungstechnische, sondern auch verhaltens- und damit gewohnheitstechnische Einflüsse spielen eine Rolle. Das Gehirn ist an dieser Stelle sehr empfindlich.

 

Was bewirkt Testosteron?

In erster Linie ist Testosteron für die Ausprägung der typisch männlichen Körpermerkmale in Form von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen verantwortlich. Auch der Sexualtrieb und gewisse Verhaltensmerkmale stehen unter Einfluss des Hormons. Während für uns die Ausprägung der Geschlechtsorgane, die zur Fortpflanzung dienen, hier nicht weiter von Bedeutung sind, ist der Muskelmasseanteil im Körper als eines der sekundären Geschlechtsmerkmale von großer Wichtigkeit. Auch wenn die Anzahl und auch die Lage der Androgenrezeptoren bei Frau und Mann unterschiedlich sind, so ist die Ausbildung einer Reihe charakteristischer Merkmale auf das Androgen Testosteron zurückzuführen. Die wichtigsten Merkmale haben listen wir hier auf:

 

Physische Merkmale:

kantigeres Gesicht
breites Kreuz, schmale Hüften
größere Körpergröße
gröbere Knochenstruktur
geringerer Körperfettanteil
Konzentration der Fettdepots am Bauch
tiefere Stimme
üppigere Körperbehaarung
Ausbildung der primären männlichen Geschlechtsorgane, Potenz
Fruchtbarkeit
Größe der Nase (erhöhter Sauerstoffbedarf durch mehr Muskelmasse)
höherer Muskelmasseanteil im Körper
erhöhte Talgproduktion

 

Bartwachstum

Die für den Trainierenden am meisten relevanten Merkmale sind:

  • Erhöhte Muskelproteinsynthese – schnellerer Muskelaufbau
  • Höherer Muskelmasseanteil
  • Schnellere Fettverbrennung
  • Größerer Anteil an hypertrophieempfänglichen FT(fast twitch)-Muskelfasern

 

Ungewünschte Nebeneffekte des männlichen Hormons bei sehr hohem Spiegel (den Mann betreffend):

  • Haarausfall (hauptsächlich von der genetischen Veranlagung abhängig)
  • erhöhtes Risiko an Prostatakrebs zu erkranken
  • geringere Lebenserwartung
  • Neigung zu Akne (übermäßige Talgproduktion)
  • Umwandlung in Östrogen; Gynäkomastie (Ausbildung von Drüsengewebe in der Brust)

 

Exkurs: Testosteron und die Frau – welche Rolle spielt das männliche Hormon im weiblichen Körper

Die Schlüsselrolle des Androgens im männlichen Körper ist unbestritten. Doch wie steht es mit den Frauen der Schöpfung aus? Ist das Hormon für die trainierende Frau zu vernachlässigen, – Oder – eventuell sogar zu meiden?

Auch im Körper der Frau nimmt das Hormon eine tragende Rolle ein, jedoch in einem anderen Verhältnis. Wie beim Mann ist auch bei der Frau das Hormon für sexuelle Lust, Antriebskraft und auch den Aufbau von Muskulatur, sowie den Abbau von Fettgewebe verantwortlich. Testosteron sollte also in keinem Fall gemieden werden. Ebenso wenig sollte ein übermäßig hoher Testosteronspiegel angestrebt werden, da sonst die Ausprägung männlicher sekundärer und primärer Geschlechtsmerkmale begünstigt werden könnte. Dies ist in der Regel nur der Fall, wenn mit Steroiden gearbeitet wird, oder, wenn eine endokrine Krankheit die Hormonproduktion beeinflusst. Da der Stoff dieser Thematik den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, werden wir in einem eigenen Artikel noch einmal auf die Rolle des Hormons im Körper der Frau eingehen.

Auf jeden Fall brauchst du als Frau keine Angst haben, dass dir ein Bart wächst, wenn du deinen Testosteronspiegel durch normales Training und Ernährung optimierst, denn er bewegt sich in einer Gößenordnung, die auf derartige Merkmale keinen Einfluss nimmt. Betreibst du aber jahrelanges Bodybuilding oder Powerlifting mit sehr schwerem Gewicht im professionellen Bereich, ist mit einer leichten Vermännlichung zu rechnen. Diese äußert sich in der Regel durch eine kantigere Erscheinung des Gesichts, eine leicht tiefere Stimme und eventuell Flaumbildung an der Oberlippe.

Interessant: Frauen, die in Managementpositionen sitzen, weisen statistisch gesehen überhöhte Testosteronwerte auf, welche sich häufig dementsprechend in der äußeren Erscheinung manifestieren. Studien ergaben zudem, dass Börsenhändler (vor allem männliche) mit einem höheren Testosteronlevel statistisch gesehen beruflich erfolgreicher sind. Vielleicht ein Indiz dafür, dass dieses Metier überwiegend durch Männer dominiert wird. Man könnte von natürlicher Auslese sprechen.

 


Macht Testosteron aus Männern Machos?

Auch einige Merkmale im Bereich der Verhaltensbiologie sind auf die Wirkungsweise des Androgens zurückzuführen. Folgende wurden durch die Auswertung mehrerer Studien nachgewiesen:

  • Imponiergehabe
  • Gefühl von Stärke
  • Kampfverhalten
  • Begattungsdrang
  • Höhere Gewaltbereitschaft
  • Starke Belohnungsmotivation
  • Aggressivität (Genetisch bedingt. Auch abhängig vom Verhältnis Testosteron zu Cortisol; hoher Testosteronspiegel + niedriger Cortisolspiegel = hohe Aggressivität)

Gerade antisoziales Verhalten, das so häufig mit Testosteron in Verbindung gebracht wurde, ist nach der Auswertung neuerer Studien nicht typisch. Eher im Gegenteil. Mehrere Experimente haben gezeigt, dass ein unfaires Verhalten in Verhandlungen ein Produkt des Klischees in unserer Gesellschaft ist. Tatsächlich haben Probanden, denen Testosteron verabreicht wurde, in den Experimenten sozialere und fairere Entscheidungen getroffen, als Probanden, die lediglich Placebos erhalten haben.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Kausalitätsfrage nicht immer eindeutig erklärt ist. Da ein bestimmtes Verhalten auch eine bestimmte Hormonreaktion hervorrufen kann, könnte auch das Verhalten selbst die Ursache für einen überhöhten Testosteronspiegel sein, statt umgekehrt.


 

Ringfinger, Nasengröße und Penisgröße – interessante Parallelen

„Wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes“? Für viele ist das doch nur ein scherzhafter Spruch, den man zu Männern mit einer üppig ausgeprägten Nase sagt. Doch was ist eigentlich dran an diesem Sprichwort? Existiert vielleicht doch ein Zusammenhang zwischen diesen Merkmalen? Auf diese Frage kann man keine eindeutige Antwort geben. Allerdings gibt es Hinweise, die eine mögliche Parallele nicht ausschließen: Eine große Nase (die Notwendigkeit einer großen Nase ist zurückzuführen auf den mit dem erhöhten Testosteronspiegel einhergehenden größeren Muskelmasseanteil im Körper, der für erhöhten Sauerstoffbedarf sorgt), sowie ein breites Kinn und ausgeprägte Gesichtsknochen sind Merkmale für einen hohen Testosteronspiegel während der Pubertät. Auch die Wachstumsphase des Penis fällt in diese Zeit. Selbst wenn die Penisgröße zuvor genetisch festgelegt ist, so kann die letztendliche Größe von der Höhe des Testosteronspiegels während der Hauptwachstumsphase beeinflusst werden. Ein Mangel hätte sich in jedem Fall, zumindest in gewissem Maße, negativ ausgewirkt. Die Form und Größe der Nase hängt selbstverständlich zu einem großen Teil auch von der genetischen Veranlagung ab. Man kann hier also sehr schwer ein generelles Urteil fällen.

 

Das Verhältnis von Ringfinger zu Zeigefinger

Ein anderes Merkmal, das hingegen mit hoher Genauigkeit Urteile über die Physiologie eines Mannes zulässt, ist das Verhältnis von Ring- zu Zeigefinger. Die zentrale Rolle spielt der pränatale Androgenspiegel, also der Testosteronspiegel im Körper des Babys, während es sich noch im Bauch der Mutter befindet. Ist dieser überdurchschnittlich hoch, so wirkt sich das nicht nur auf die Länge des Ringfingers aus.

Die Entdeckung, dass das Wachstum der Finger direkt von der Androgen- und Östrogenrezeptor Aktivität kontrolliert wird, bestätigt, dass Fingerlängenverhältnisse eine lebenslanges Abbild unseres frühen hormonellen Milieus sind“, so Martin Cohn, Biologe der University of Florida

 

Nicht nur für Männer, auch für Frauen lässt das Längenverhältnis zwischen Ring- und Zeigefinger interessante Schlüsse zu:

Männer, deren Ringfinger größer ist, als ihr Zeigefinger…

  • haben durchschnittlich einen größeren Penis
  • sind durchschnittlich potenter
  • sind sportlich erfolgreicher
  • neigen eher zu Gewalt
  • sind risikofreudiger
  • sind statistisch gesehen attraktiver
  • haben ein größeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken
  • haben ein geringeres Risiko, an Herzleiden zu erkranken
  • haben ein größeres Risiko, unter Autismus und Depressionen zu leiden
  • haben statistisch gesehen ein höheres Einkommen
  • verhalten sich Frauen gegenüber aufmerksamer

Männer, deren Zeigefinger größer ist, als ihr Ringfinger…

  • haben ein geringeres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken
  • haben ein größeres Risiko an Herzleiden zu erkranken
  • neigen zu Narzissmus

Männer, deren Zeigefinger genauso groß ist, wie der Ringfinger…

  • sind wissenschaftlich begabter
  • sind harmoniebedürftiger
  • sind statistisch gesehen treuer

 

Frauen können auch so einige interessante Erkenntnisse ziehen:

  • Frauen mit einem kleineren Ringfinger sind fruchtbarer, haben ein höheres Selbstvertrauen, sind eher Einzelgängerinnen
  • Frauen mit einem größeren Ringfinger sind durchsetzungsfähiger und weniger kommunikativ, haben statistisch gesehen ein höheres Einkommen, sind attraktiver und risikofreudiger

 

Zu bemerken ist, dass es sich hierbei um statistische Hochrechnungen handelt, und derartige Merkmale in Abhängigkeit genetischer Voraussetzungen und äußerer Umstände variieren können.

Mehr zu dem Verhältnis von Ring- zu Zeigefinger in folgenden Artikeln:

Artikel

Artikel

Artikel

 

Inwiefern ist diese Erkenntnis für den Sportler relevant? Zunächsteinmal kannst du dich, wenn dein Ringfinger größer ist, als dein Zeigefinger, als Mann zu den glücklichen Zählen. Statistisch gesehen zählst du zu den sportlich erfolgreicheren, zum Teil aufgrund eines optimaleren Verhältnisses von FT(fast-twitch)- zu ST(slow-twitch)-Fasern (erstere reagieren besser auf Hypertrophietraining). Dein Knochengerüst und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit haben ebenso davon profitiert. Hast du den anderen Handtyp vorzuweisen, ist das aber kein Hals und Beinbruch, denn die größte unmittelbare Auswirkung hat der jetzige Testosteronspiegel, nicht der pränatale Hormonlevel. Wie bereits erwähnt, spielt aber nicht nur der pränatale Testosteronspiegel eine Rolle, denn vor allem die genetische Veranlagung ist hier ausschlaggebend.

 

Die Bedeutung von Testosteron für den Kraftsportler – Wie wichtig ist das Hormon wirklich?

Wie wichtig ist Testosteron im Muskelaufbau und Fettabbau? – Wird das Hormon über- oder unterschätzt?

Im Profibodybuilding wird seit Jahrzehnten „inoffiziell“ gedopt. Schon Arnold und Co. experimentierten mit diversen Steroiden und Wachstumshormonen. Das Hormon muss also irgendeine Rolle beim Aufbau von Muskelmasse und Abbau von Fettgewebe spielen. Doch wird diese im Naturalbereich vielleicht überschätzt?

Die Testosteronspiegel, die beim Profibodybuilding im Blut erreicht werden, sind um ein vielfaches höher, als beim druchschnittlichen Normwert eines normalen Menschen. So kommt es auch, dass sowohl die Geschwindigkeit, als auch das Ausmaß des Muskelaufbaus in derartigen Bereichen weit von den Möglichkeiten eines Naturalathleten entfernt sind.

Testosteron maximiert dabei:

  1. Die Muskelproteinsynthese (den Aufbau von neuem Muskelgewebe)
  2. Die Muskelregeneration (die Fähigkeit, den Muskel nach der Belastung wieder zu reparieren)
  3. Die Kraft

Kurzum: Ein Athlet, der synthetisches Testosteron konsumiert, kann in Gegensatz zu einem Naturalathleten in einem Bruchteil der Zeit ein Vielfaches an Muskelmasse aufbauen und gleichzeitig sogar an Fett verlieren. Selbstverständlich ist die Leistung der Weltklassebodybuilder deswegen nicht weniger beachtlich, denn um der Beste der Welt zu sein muss man dennoch der am härtesten Trainierende und derjenige mit der vorteilhaftesten Genetik sein. Die Zuwächse eines dopenden Sportlers und eines naturalen Sportlers sind jedoch in keinem Fall miteinander zu vergleichen.

Die Nebenwirkungen vom Konsum synthetischer Steroide können zudem verheerend sein, um nur einen Teil der Liste zu nennen (variiert je nach Dosis und Dauer der Einnahme):

  • Leberschäden
  • Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen
  • signifikant erhöhtes Risiko der Krebserkrankung
  • Verstärkter Hang zur Aggression
  • Psychotische Episoden (Angstpsychosen, Verfolgungswahn etc.) und schwere Depressionen bis zum Suizid nach Absetzen der Steroide
  • Starke Kreislaufprobleme
  • Aussetzen der Körpereigenen Hormonproduktion
  • erhöhte Herzinfarktrisiko
  • (bei Frauen:) Vermännlichung, Ausbildung männlicher primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale
  • starke Akne
  • Schrumpfen der Hoden
  • Haarausfall
  • Psychische Nebenwirkungen (z. B.: Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, starke psychische Abhängigkeit)

 

Wenn Testosteron den Muskelaufbau und Fettabbau beschleunigt, ist es dann nicht auch für den natural Trainierenden wichtig?

In jedem Fall spielt das Hormon, übrigens sowohl beim Mann, als auch bei der Frau, eine Schlüsselrolle, wenn es um das Realisieren des Wunschkörpers geht. Zahlreiche Studien und Forschungen haben einen Zusammenhang zwischen Testosteron und den gewünschten Effekten beweisen können. Fakt ist aber auch, dass sich bei normalen Schwankungen im Normbereich des Testosteronspiegels nur minimale Veränderungen in den erzielten Resultaten messen lassen. Ist die Rolle des Androgens im Kraftsport also vielleicht doch überbewertet?

Testosteron wird vor allem dann zum Problem, wenn ein latenter Mangel herrscht. In den heutigen Zeiten der Mangelernährung, Bewegungsarmut und Toxifizierung des Körpers ist dies in vielen Fällen unvermeidbar. Ist der Testosteronspiegel im Keller, so geht die Proteinbiosynthese und auch der Fettstoffwechsel gegen Null. Muskelaufbau und Fettabbau werden beinahe unmöglich. Schwankt der Testosteronspiegel hingegen um wenige Prozentpunkte im Bereich des Normwertes, so ist nahezu keine Veränderung der Prozesse messbar. Ein Athlet, der für die Maximierung des natürlichen Testosteronspiegels sorgt, wird wesentlich besser Muskeln aufbauen und Fett verlieren können, als ein Athlet, der unter starkem Testosteronmangel leidet.

 

Sollte ich meinen Testosteronspiegel steigern? – Wenn ja, wie?

Sehr viele Athleten halten im Internet nach allen möglichen Methoden Ausschau, um ihren Testosteronspiegel auf natürliche Weise in die Höhe zu katapultieren, in der Hoffnung überdurchschnittliche Fortschritte erzielen zu können. Sie stoßen auf dubiose „Testosteron-Booster“ die irgenwelche Extrakte aus exotischen Wurzelgewächsen enthalten und animalische Testosteronwerte versprechen. Voller Vorfreude bestellen sie sich dieses Supplement und stellen nach einigen Wochen fest, dass sich (abgesehen vom Gewicht ihres Geldbeutels) rein gar nichts verändert hat.

Zunächst einmal muss folgendes Konzept verstanden werden: Über keine natürlichen Maßnahmen wird es möglich sein, deinen Testosteronspiegel in der Größenordnung zu erhöhen, wie es synthetische Steroide ermöglichen. Die Maßnahmen, die du ergreifen kannst, zielen auf ein einziges Ziel ab: Die Maximierung deines natürlichen Testosteronspiegels durch die Optimierung aller kontrollierbaren Umstände.

Das Zauberwort heißt in den meisten Fällen „Mangelbeseitigung“. In der Regel herrscht einfach nur eine Unterversorgung bestimmer Mikronährstoffe, der Mangel an Bewegung, Sauerstoff, Schlaf, oder die Überdosis an schadenden Bestandteilen in der Nahrung. Diese Mängel sind häufig für gedrückte Testosteronspiegel verantwortlich, die weit unter ihrem natürlichen Potential liegen. Würden alleine diese Mängel beseitigt, könnte sich dein Testosteronspiegel vervielfachen, bis er auf seinem natürlichen Maximum liegt. Alle Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um das Maximum aus deinem natürlichen Testosteronspiegel zu holen und wie du einen überdurchschnittlich hohen Wert erreichen kannst, erklären wir dir in unserem nächsten Artikel.

 

Wie hoch ist ein gesunder Testosteronspiegel?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da jeder Körper unterschiedlich ist und der Hormonspiegel zudem abhängig von deinem Alter ist. Allgemein kann gesagt werden, dass der Testosteronwert im Blut im Laufe der Kindheit wächst, mit der Pubertät beschleunigt, gegen Ende 20 sein Maximum erreicht und etwa ab dem 30. Lebensjahr wieder fällt.

Falls du doch ein paar Orientierungswerte sehen willst – Testosteron Normwerte in Abhängigkeit vom Alter

Alter                                    Testosteron in ng/ml

20 – 29 3,1 – 8,3
30 – 39 3,0 – 8,3
40 – 49 2,8 – 7,0
50 – 59 2,4 – 6,3
60 – 69 2,1 – 5,4
70 – 89 1,7 – 4,9

 

Woran erkenne ich einen Testosteronmangel? – die wichtigsten Symptome auf einen Blick

  1. Psychische Instabilität; Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Neigungen
  2. Gedächtnisstörungen
  3. Schlafstörungen
  4. Müdigkeit
  5. Konzentrationsstörungen
  6. sexuelle Unlust
  7. Erektionsprobleme
  8. Fruchtbarkeitsprobleme
  9. Haarausfall an den Beinen
  10. Rückgang des Bartwuchses
  11. Abbau von Muskulatur und Kraft
  12. Fettzunahme
  13. Blutarmut
  14. Schweißanfälle
  15. Osteoporose
  16. Diabetes
  17. Herz- und Gefäßerkrankungen

Solltest du mehrere dieser Symptome verspüren, legen wir dir einen Besuch bei einem Arzt wärmstens ans Herz. Wie du die Ursache dieser Symptome durch die richtigen Ernährungs- und Trainingsmaßnahmen bekämpfen kannst und das Maximum aus deinem natürlichen Testosteronspiegel herausholst, erfährst du in unserem nächsten Artikel.

 

Testosteron als ultimative Quelle der Vitalität

Die Bedeutung des männlichen Sexualhormons geht (auch für die Frau) über die Trainingseffekte weit hinaus. Es ist die Quelle der männlichen Gesundheit, denn nicht nur in Bezug auf die Physis, auch in Bezug auf die Psyche spielt Testosteron in vielen Prozessen eine Schlüsselrolle. Neben einem gesunden Körperfettanteil und einem hohen Muskelmasseanteil stehen auch ein gesunder Sexualtrieb, Potenz und Fruchtbarkeit in engem Zusammenhang zu der Substanz. Für das abenteuerhungrige und wettkampfbegeisterte Verhalten ist dieses Hormon verantwortlich. Viele Krankheiten, darunter vor allem Herzleiden und skelettbasierte Beschwerden, sowie starke Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Depression können Folge eines Mangels sein. Umso mehr wird klar, welch wichtige Bedeutung ein gesunder Testosteronspiegel im Körper des Mannes, aber auch im Körper der Frau hat. Viele Frauen, gerade wenn diese hormonelle Verhütungsmethoden anwenden, beklagen sich über extreme Unlust, sowie eine Reihe psychischer Beschwerden, von Gereiztheit, über Depression bis hin zu genereller Antriebslosigkeit. Die Ursache liegt in einem durch die synthetischen weiblichen Hormone gedrückten Testosteronspiegel. Sowohl im Körper des Mannes, als auch im Körper der Frau nimmt Testosteron also eine essenzielle Rolle ein. Wird Zeit, dass das Androgen seinen so negativen Ruf endgültig ablegt.

 

Fazit zum männlichen Sexualhormon

Testosteron nimmt ohne Frage eine Schlüsselrolle im Muskelaufbau und Fettabbau ein, wird aber gerne überschätzt und als Vorwand für die Vermarktung von Supplementen genutzt. Die wichtige Rolle des Hormons wird erst deutlich, wenn es im Körper fehlt, denn dann können die gewünschten Prozesse nicht mehr stattfinden. Die Bemühungen ehrgeiziger Sportler sollten sich also mehr in die Richtung der Maximierung und Ausschöpfung des natural möglichen Testosteronspiegels durch Optimierung des Trainings, der Ernährung und des Lebensstils und vor allem durch den Ausgleich von Defiziten bewegen. Jedem, der keine professionelle Bodybuildingkarriere in den USA anstrebt und unter Aufsicht eines guten Arztes steht, raten wir vom Konsum synthetischer Steroide ab. Sollte ein latenter Mangel vorhanden sein, empfehlen wir dir unbedingt, einen Arzt zu konsultieren. Häufig ist hier ein bestimmter Nährstoffmangel oder auch eine Krankheit die Ursache und kann über die nötige Therapie behoben werden. Altersbedingte Mangelerscheinungen hingegen können nur durch Bewegung, speziell durch gezieltes Krafttraining und eine angepasste Ernährung bekämpft werden, sind aber als normal zu bezeichnen. Ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll ist, muss in ein Arzt entscheiden.

 

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